
Die Montagsfrage ist ein Dialog, der allerlei Themen bezüglich diverser Aspekte des Literaturbetriebs umfasst. Die Frage wird wöchentlich gestellt von Antonia bei Lauter&Leise.
Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema Literatursammlungen. Ich verrate euch, wie mein Bücherregal aussieht und welche Teile davon ich unter keinen Umständen aus der Hand geben würde.
Die Montagsfrage #122 lautet:
Welches Stück Literatur deiner Sammlung liegt dir besonders am Herzen?
Die ganz knappe Antwort auf die Frage lautet: Gar keins – denn der Wert meiner Bücher liegt ausschließlich in ihrem Inhalt. Diese Antwort hat selbstverständlich Nuancen und Aspekte, auf die ich im Folgenden näher eingehe. ;-)
Vor kurzem hat auch im meiner Bookstagram-Community die Frage die Runde gemacht, ob Bücher zu sammeln ein eigenständiges Hobby sein kann, und ein überwiegendes „ja“ als Antwort erhalten.
Das finde ich an sich natürlich legitim – es gibt genügend Sammlernischen mit absurden Preisklassen und nichtigem Zweck. Da hätte ich, wenn ich wählen müsste dann auch lieber ein überdurchschnittlich ästhetisches Bücherregal mit hochwertigen Ausgaben als einen Raum voller Modellflugzeuge, Schiffen in Flaschen oder ausgestopften Tieren.
(Und ich möchte an dieser Stelle auch niemanden bewerten, der diese oder andere Hobbys faszinierend findet, seinen individuellen Spaß an der eigenen Sache absprechen – genießt bitte alle eurer Hobbys, bleibt, wie ihr seid und gebt euer eigenes Geld aus, wir ihr möchtet!)
Als Minimalistin interessiere ich mich allerdings nicht großartig für einen Stapel rumliegender Objekte. Es gibt eine gewisse Menge an Büchern, die ich nicht gerne aus der Hand geben möchte, da ich sie noch einmal lesen möchte, interessante Passagen (mit Bleistift) markiert habe, oder die Autoren sehr verehre und ihre Werke großartig finde.
Grundsätzlich vertrete ich die Meinung, dass Bücher gelesen und weitergereicht werden sollen und besuche daher regelmäßig Bücherschränke, verschenke und tausche Bücher über Instagram und habe prä-Pandemie auch beispielsweise englischsprachige Bücher an Flughäfen gelassen oder an reisende Freund:innen weitergereicht – mit der begleitenden Bitte, sie irgendwo zu deponieren, wo sie an den nächsten Lesenden gelangen können.
Bei mir stehen drei Bücherregale, die ich eigentlich gezielt voll werden lassen möchte. Allerdings sortiere ich aus diesen Regalen auch regelmäßig wieder Bücher aus – da ich weiß, dass meine Community sich für einige Klassiker oder Neuerscheinungen interessiert, die bei mir im Regal nur rumstehen, nachdem ich sie einmal gelesen habe.
Die Herzstücke meiner Sammlung gehören meinen Lieblingsautoren, deren Werke ich immer wieder erwerbe und dementsprechend mit Begeisterung lese. Zu diesen gehören Margaret Atwood, Amélie Nothomb, Hermann Hesse, Gabriel Garcia Marquez, Leïla Slimani, Ottessa Moshfegh, Karl Ove Knausgård, Matias Faldbakken, Michel Houellebecq, Michail Bulgakow und andere.
Davon abgesehen liegt jedoch meistens auch ein Tausch- und Verschenk-Stapel neben den Neuzugängen im Regal rum, denn nichts liegt mir ferner, als eine passive, unberührte Sammlung zu kultivieren.
Ich genieße Regalfotos und schöne Sammlungen in Häusern anderer, und gebe auch ein paar Euro mehr aus, wenn ein Cover mich mehr anspricht als das andere.
Jedoch sehe ich persönlich den Zweck von Büchern nicht in ihrem Sammlerwert, sondern in ihrem Inhalt und in den Dialogen zu ihrem Inhalt.
Und nun bin ich gespannt auf Deine Meinung zum Thema. Kultivierst Du eine größere Büchersammlung oder verschenkst Du auch gerne gelesene Lektüren?
Auf Deine Resonanz in den Kommentaren freue ich mich sehr!
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